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Es ist Sonntag und ich höre das neue Album von Leonard Cohen, der mit 82 Jahren nochmal einen drauf legt. Beeindruckend, in diesem Alter noch so am Puls der Kreation zu schwingen, und inspirierend sowieso, und beruhigend zu wissen, dass das geht. Mehr über sein bewegtes Leben und auch über das Ringen um einen guten Song und was ihn mit Bob Dylan verbindet, ist hier nachzulesen. Hörenswert ist auch dieses Gespräch mit Adam Cohen, der nicht nur sein Sohn ist sondern auch das neue Album produziert hat.

Ein weiterer Grand Seigneur kommt in einem österreichischen Magazin für Essens- und Trinkkultur zu Wort, das zu meinen jüngsten Entdeckungen gehört. Einer, der die deutsche Barkultur wie kein anderer geprägt hat und im Portrait seine Gedanken zur Entwicklung der Gastronomie, dem Kochen und dem, was guten Geschmack ausmacht, teilt. Lieblingszitat (eines Zitats): „Weniger ist bei uns mehr, das stimmt schon. Aber zu wenig ist einfach zu wenig.“ Er steht für modisches Stilbewusstsein und eine ausgeprägte Haltung. Im Rahmen des Berliner Bar Convents habe ich ihn zum ersten Mal live getroffen und kann sagen: das alles stimmt und liebenswürdig ist er auch noch.

Seit Wochen immer wieder auf meinem Herd blubbert ein Mitbringsel aus unserem Urlaub in den Schweizer Bergen. Ursprünglich vor allem wegen der schönen Verpackung gekauft stellte sich die Bramata Grischuna als ungleich aromatischer heraus als die mir bekannte Polenta. Dies liegt vor allem an der groben und unregelmäßigen Mahlung der Maiskörner. Zur Inspiration ein Rezept, das gleich zu meinem zweiten Zeitschriftentipp überleitet, welches aus der Feder eines jungen und wissenshungrigen Teams aus Zürich stammt.

Ganz bezaubernd fand ich im Graubünden (ganz zu schweigen von der Aussicht) auch die unzähligen kleinen Hoflädchen, die in allen Dörfern anzutreffen sind und in denen man sich rund um die Uhr aus Kühlschränken und Tiefkühlern gegen Barkasse bedienen darf. In unserem Dorf gabs gleich vier verschiedene!
(Verzehrbare) Mitbringsel aus der Fremde sind für mich wie das Salz in der Suppe und so wanderten in unsere Koffer neben Bramata, Käse und Engadiner Nusstorte aus den Hoflädchen auch Heilmittel wie diese wärmende Salbe und dieser immunstärkende Tee.

Und wer gerne speisend mit dem Zug reist dem sei dieser hier zwischen Chur und St.Moritz sehr ans Herz gelegt. Zeitreise deluxe. Und feinen Wein gibts auch noch.

Und noch eine Lektüre- oder auch Bilderbuchempfehlung, denn wirklich zuhause nachkochen lassen sich die meisten Gerichte eher nicht. Aber es spricht eine aussergewöhnliche Liebe zum Geschmack, der Natur und dem Essen aus den Rezepten des noch wahrlich jungen Kochs, Harald Irka.

Enden möchte ich diese etwas berglastige Oktoberliste mit einem weiteren Schumann-Zitat, das so wunderbar auf den Punkt bringt, wieso es solche und solche Gastronomie gibt, und was die eine von der anderen unterscheidet:  „Manchmal sind wir supergut, aber wir sind nie ganz schlecht. Und das ist der Punkt.“

In diesem Sinne. Habt einen superguten Sonntag!

 

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It is Sunday and I’m listening to the new album of Leonard Cohen, who ups the ante with 82 years. I find it impressive, at this age to be still so at the pulse of the creation, and inspiring anyway, and somehow gently reassuring to know that it is possible. For more about his moving life and also about the struggle for a good song and what connects him with Bob Dylan, read on here. Also worth listening to is this conversation with Adam Cohen, who is not only his son, but has also produced the new album.

Another Grand Seigneur is being featured in an Austrian magazine for food and drink culture (try google translate), which is one of my recent discoveries. One who has shaped the German bar culture like no other and shares his thoughts on the development of gastronomy, cooking and good taste. Favorite quote (of a quotation): “Less is more with us, that’s right. But too little is just too little.” He stands for style-consciousness and a clear attitude. As part of the Berlin Bar Convent, I met him for the first time and can say that everything is right, and he’s very kind on top of it.

For weeks now has been bubbling on my stove a souvenir from our holiday in the Swiss mountains. Originally bought mainly because of the beautiful packaging, the Bramata Grischuna turned out to be much more aromatic than the polenta known to me. This is mainly due to the coarse and irregular grinding of the corn kernels. For inspiration here a recipe, which leads to my second magazine tip, that comes from the pen of a young and knowledgeable team from Zurich.

Especially charming in the Graubünden region (not to mention the view), I found the charming little farm shops, which can be found in all the villages, where around the clock there is all the farm goodness self-served from refrigerators and freezers. In our village there were four different ones!
To me souevnirs from foreign places (for the most part consumable) is like salt in the soup, and so next to Bramata, cheese and Engadin Nut Torte from the farm shops also this warming ointment and this immersive tea went in our suitcases.

And if you like to travel by train, this is the one to take between Chur and St.Moritz. Time trip deluxe. And fine wine is being served, too.

Another Austrian-German reading or even picture book recommendation, because really there can not so much be cooked of the dishes because the products are so regional. The design is pretty spectacular though. And there is an extraordinary love of taste, nature and eating that comes from the recipes of the still very young chef, Harald Irka.

I would like to end this truly mountain loving october list with another Schumann quotation, which is so wonderful to the point, why there are such and such gastronomy places, and what distinguishes the one from the other: “Sometimes we are super fine, but we are never very bad. And that is the point.”

Have a super fine sunday!

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Schon wieder zwei Wochen vorbei ist der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende. Was habe ich diesen Tag, wie auch ihr winterliches Pendant, als Kind geliebt. Die Fabelgeschichten und das magisch lange Licht, im Norden noch spürbarer als im Süden.
Zeit, zurückzublicken auf die letzten Wochen und die Dinge aufzuschreiben, die gut waren und sind. Ganz schön viel passiert.

Zum Beispiel die vielen, wunderbaren Workshops, die ich anlässlich der Food Blog Days gemeinsam mit meiner liebsten Companeuse Sandy bereits in fünf verschiedenen Städten gegeben habe, 15 an der Zahl. Da sind eine Menge an schönen Erlebnissen zusammen gekommen, unzählige inspirierende Gespräche über das, was manchmal gar nicht so leicht fällt im Alltag. Sich Gutes tun, aufmerksam für sich selbst sein und heraus finden, wie jeder Tag von ‚mehr Herz und Bauch’ geleitet werden kann.

Festgestellt, mal wieder, das ‚sich-Gutes-tun’ für mich gleich bedeutend ist mit ‚Gutes zu Essen in wunderbarer Gesellschaft’. So einfach, eigentlich. Auf diese Weise mit Sandy in Vorbereitung auf die Workshopwochenenden mehrfach sehr gut gespeist, sogar einmal im Zugabteil. Und deshalb möchte ich Euch aus vielerlei Gründen empfehlen:

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Mango Kokos Chiapudding

Es gibt Dinge, die sind so köstlich und einfach, dass man sie kaum fassen kann. Dieser 1a Mango-Chiapudding zum Beispiel. Aus der Sonntag Abend Not heraus geboren (Nachtisch? Hm, wir haben noch eine Mango…) gibt es ihn seit Wochen immer wieder zum Dessert oder am Nachmittag, einfach so. In Nullkommanix gemacht und sensationell gut. Dazu Zuckerfrei und histaminarm (dazu bald mehr).

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Neuer Monat, neue Dinge, die das Herz erwärmen.

Zum Beispiel meine tollen Freundinnen. Die einfach machen, jede für sich, was gut tut und die so unfassbar mutig sind. Die eine ist gerade im Sabattical und lässt sich warme Sonne am andern Ende der Welt auf die Nasenspitze scheinen. Denn wenn man schon nicht arbeitet dann kann man ja auch ne Weltreise machen. Toll, oder?!
Die andere hat beschlossen, auf dem Höhepunkt ihrer Selbständigkeit noch ein zweites Kind zu bekommen. Weil es sich richtig anfühlt, trotz beruflicher Chancen. Und ich bin mir sicher, sie hat recht. Es wird sich alles so sortieren, wie es am besten und schönsten ist.
Und wieder eine dritte hat gerade die Liebe ihres Lebens getroffen und setzt alles daran, diesen Mann aus einem unsicheren Land, das nach uns unvorstelbaren Regeln funktioniert, nach Deutschland zu holen, trotz behördlicher Widerstände jeglicher Art. Und ich weiß dass es ihr gelingen wird.
Ich bin so dankbar dass ich diese inspirierenden Frauen um mich habe, die mutig ihren Weg gehen, ganz individuell und stark. Und ich bin mir sicher, auch Ihr habt solche Freunde und Freundinnen. Die Mut machen und einfach die besten sind auf ihre eigene wunderbare Art. Und darauf sollten wir unser Glas erheben.

Und mit einigen dieser tollen Frauen habe ich genau das gemacht und einen zauberhaften Abend verbracht, mit dem rosafarbenen Lieblingssekt, Bürli-Brot mit Zitronenschale, viel Wein und Theresas fantastischem Rezept für vegetarische (sogar vegane) Bolognese. Ich habe schon etliche Linsenbolognesen probiert, doch diese ist durch die Belugalinsen und die Champignons wirklich fein und ganz würzig, umami pur. Dazu gabs diesen meinen Lieblingspfeffer – Bombe.

Diese wunderbare Laptoptasche, entdeckt und gebookmarkt bei Stephanie für den Tag, an dem ich einen neuen Laptop einkleiden würde, kam zu mir als Geschenk. Wunderschöne Handarbeit, die mit jedem Tag und jeder Woche schöner wird.

Und dieses Buch, bei einer meiner tollen Freundinnen entdeckt und mir zum dritten Mal auf den Wunschzettel geschrieben, dass ich mal nach London will zum Schöpfer von Sinnesfreuden dieser einfachen und doch (oder grade deshalb) sensationellen Art. Das Buch ist von vorne bis hinten Gänsehaut: ich sage nur Goldschnitt. Und Typographie. Und die Rezepte natürlich, klar. Aber was es wirklich so besonders macht ist die Leidenschaft dahinter, die so spürbar ist. Von einem Team und von Zusammenarbeit und Freundschaft, von Dialog und Debatte über Geschmack und Gastgeberschaft. Geschmack, um andere zu berühren und Gastlichkeit, die ganz all umfassend gedacht ist und gemacht wird. Einfach wunderbar.

Wunderbar ist auch diese Musik des neuen Bandprojekts des tollen Nils Frahm. Erst schwieriger, beim ersten und zweiten Hören. Inzwischen kann ich nicht genug bekommen vom feinen Spiel von Rhythmik, Melodie und Flächen. Am besten auf Repeat.

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1a Kitchen Fridge Pickles

Zum ersten mal von Fridge Pickles hörte ich auf einem Food Market in Brooklyn. Wobei man wissen sollte, dass amerikanische Pickles ganz anders schmecken als das, was wir als Essiggurken kennen. Meist sind diese Pickles sauer-salzig und sehr erfrischend. Fridge Pickles – das klang so einfach und lecker, und genau so ist es auch.

Wieder entfacht wurde meine Pickle-Liebe dann im vergangenen Sommer, als Sandy mir ihre Pink Pickles servierte. Eigentlich sollte das Rezept mit in die Fermentationsstrecke, die wir zusammen fürs SisterMag umgesetzt haben. Irgendwie ging das Rezept aber leider im Emailpostfach verloren, was ein herber Verlust wäre, da es sich um ein 1a schnell gemachtes Lieblingsrezept handelt, das sich übrigens auch bestens als Last-Minute Geschenk für alle möglichen Gelegenheiten macht. Schwiegervater hat Geburtstag? Check. Umzugsparty? Check. Picknick geplant oder nix als Brot und Butter im Haus? Brotzeit Galore!

1a Kitchen Fridge Pickles

Auch wenn Fridge Pickles nicht fermentiert sind, schlagen sie doch alles, was es an Sauren Gurken, Zwiebeln und Co. auf dem Markt gibt. Fermentierte Pickles brauchen aber auch 4 Wochen bis 4 Monate, das verschieben wir also bis nach Ostern.

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